Rostocker Netzwerk Abenteuer Familie ist umgezogen!

Wir sind umgezogen und freuen uns auf Ihren Besuch bei www.abenteuerfamilie.org

Netzwerk Abenteuer Familie www.abenteuerfamilie.org

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Wie hilft uns die Verhaltensbiologie Kinder und Familien zu verstehen?

Um dies beantworten zu können, steht erst einmal die Frage nach dem eigentlichen Interesse der Verhaltensbiologie im Vordergrund. Von da aus können Berufsgruppen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen Informationen für ihren professionellen Alltag ableiten. Physiotherapeuten, Hebammen, Ärzte und pädagogische Fachkräfte (ErzieherInnen, Sozialarbeiter, Pädagogen) profitieren von Erkenntnissen der Verhaltensbiologie.

Was interessiert einen Verhaltensbiologen?

Verhaltensbiologen (Humanethologen) gehen der Frage nach, warum wir Erwachsenen und Kinder uns so verhalten, wie wir es tun und nicht etwa anders.

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In diesem Zusammenhang bieten Aspekte der Evolutionsgeschichte interessante Informationen. Folglich interessiert Verhaltensbiologen vor allem die stammesgeschichtliche Entwicklung von bestimmten Verhaltensweisen: Welche Verhaltensweisen sind angeboren (vererbt)? Welche Muster wurden im Verlaufe der Kindheit und Jugend erlernt?

Im Rahmen kulturvergleichender Untersuchungen beobachten Verhaltensbiologen (Humanethologen) beispielsweise Kleinkinder. Unabhängig von kulturellen Einflüssen entdecken sie immer wieder neue Gemeinsamkeiten, die sogenannten Universalien. Aber auch Verhaltensbeobachtungen verschiedener Kulturen können wertvolle Erkenntnisse über die Ursprünge menschlichen Verhaltens bieten.

Auf den ersten Blick scheint es, die Verhaltensbiologie sei eine gar exotische Disziplin. Beim genauen Hinschauen wird jedoch schnell bewusst, dass Verhaltensbiologen mögliche Erklärungen für Eltern und Berufsgruppen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen liefern können. Nicht zuletzt bildet die Verhaltensbiologie DAS FUNDAMENT der universellen BINDUNGSTHEORIE. Ihr Begründer Bowlby griff vorrangig auf Erkenntnisse dieser Wissenschaft zurück.

Verhaltensbiologie um uns herum:

  • Getragene Kinder schreien weniger, als jene im Kinderwagen.
  • Patienten kurieren sich schneller, wenn sie in einem Zimmer inklusive Blick ins Grüne untergebracht sind.
  • Im Grunde genommen gehört unsere Spezi nicht zum Homo sapiens, sondern vielmehr zum Homo musicus. So gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass wir erst sangen, bevor wir die Sprache eroberten.
  • Gebärende Frauen mit einer eins-zu-eins Betreuung benötigen bedeutend weniger Schmerzmittel unter der Geburt.
  • Der Familienalltag fernab von Fernsehprogramm und sozialen Medien verläuft harmonischer, wenn die biologische Uhr aller Familienmitglieder laut ticken darf.

Und genau aus diesem Grund haben wir – das Netzwerk Abenteuer Familie – die Verhaltensbiologin Frau Dr. Gabriele Haug-Schnabel zum interdisziplinären Fachtag im Oktober 2017 eingeladen.

Sie haben Fragen oder Anregungen? Kontaktieren Sie uns gern. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht. Auf unserer Seite www.abenteuerfamilie.org erhalten Sie weitere Informationen zum geplanten Fachtag.

Sie kennen Personen und Fachkreise, die von dieser Thematik profitieren können? Über unsere Homepage gibt es auch die Möglichkeit diesen Newsletter zu abonnieren.

Exkursion Menschheitsgeschichte: Ein kindgerechtes Wochenende mit Dr. Herbert Renz-Polster

Am Freitag 16.10.2015 war es so weit: Die Vorbereitungen des interdisziplinären Fachtages „Kinder verstehen“ fanden ihren Höhepunkt. Pünktlich 19.30 Uhr verdunkelte sich das Licht der Aula in der Werkstattschule Rostock. Eltern, Fachkräfte und Interessenten warteten gespannt auf den Referenten Dr. Herbert Renz-Polster.

Auf den Spuren unserer Vergangenheit

©Physiotherapie Bastian Rostock

©Physiotherapie Bastian Rostock

Der Kinderarzt und Wissenschaftler begleitete die Gäste auf einer Reise in die Vergangenheit. Er lud seine Zuhörer ein, kindliches Verhalten aus Perspektive der Evolution zu betrachten. Gibt es vielleicht einen Grund, warum Kinder nicht alleine schlafen wollen? Warum erscheinen Trotzanfälle wie aus dem Nichts im zweiten Lebensjahr? Schließlich wird auch das liebe Gemüse rigoros von unseren Sprösslingen aussortiert. Im Anschluss an den Vortrag folgte eine spannende Fragerunde.

Interdisziplinärer Fachtag

Am Samstag, den 17.10.2015 ab 8.30 Uhr füllte sich die Aula erneut. Für jenen Tag stand eine Konferenz für Fachpublikum mit Hebammen, Physiotherapeuten, Logopäden, pädagogischen Fachkräften, Ärzten und Ergotherapeuten an. Ein facettenreiches Programm lud ein, das Thema Kindheit im Kontext des familiären als auch kulturellen Systems genauer zu betrachten.

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Dr. Herbert Renz-Polster lud dazu ein, das natürliche Wesen von Babys und (Klein-)Kindern aus der Vogelperspektive anzuschauen. Die Kleinen orientieren sich an ureigenen Grundbedürfnissen. Aus diesem Grund äußert sich der Kinderarzt ausdrücklich gegen pädagogisches Catering in Form von komplexen Bildungsplänen. Vielmehr benötigen Kinder bis ins tiefe Grundschulalter stabile, soziale Beziehungen. Kompetente Fachkräfte spielen an dieser Stelle eine wichtige Nebenrolle. Eltern und andere Kinder spielen eine Hauptrolle. Sobald dieses Netz sozialer Strukturen den Nachwuchs nachhaltig umgibt, erwacht seine angeborene Neugier wie von selbst. Dank dieser fördern sich Kinder in einer artgerechten Umgebung mit Natur quasi selbst.

Neben dem freien Spiel standen Themen wie Plagiozephalie (lagerungsbedingte Schädelasymmetrie), Tragen von Babys, Selbstständigkeitsentwicklung durch Nähe, das Tragen von Babys als auch die Ernährung im ersten Lebensjahr auf der Tagesordnung.

Abschied mit großen Plänen

Gegen 16.00 Uhr verabschiedeten die Veranstalter das Publikum und bedankten sich bei Sponsoren als auch Kooperationspartnern. Dabei kündigten sie bereits an: „Es wird 2017 wieder ein interdisziplinäres Wochenende geben!“ Tatsächlich wurden die ersten Steine dafür bereits ins Rollen gebracht.

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Weitere Info: www.abenteuerfamilie.org